Vorwort
Vorstellung das sind wir Astrid und Mandy
Rechtliche Rahmenbedingungen
Vorstellung der Kindertagespflege
Lage und Umgebung
Räumlichkeiten
Gesunde Ernährung
Kindgerechte Ausstattung
Persönliche Bereiche
Barrierefreiheit und Freizeitmöglichkeiten
Betreuungszeiten
Tagesablauf
Pädagogische Arbeit
Essen und Trinken
Schlafen und Ausruhen
Integrative Arbeit
Trockenwerden
Erkrankungen und Krankmeldungen
Eingewöhnung
So kann die Eingewöhnung aussehen
Beobachtung und Dokumentation
Gemeinsam Sicherheit geben
Elternarbeit
Pädagogische Qualität
Informationen zum Datenschutz
Kinderschutzkonzept
Diese pädagogische Konzeption gibt einen Einblick in unsere Kindertagespflegestelle „KINDER(T)RAUM44“ sowie in unsere tägliche
pädagogische Arbeit. Sie beschreibt unsere Grundhaltung, unsere Ziele und die Rahmenbedingungen, unter denen wir Kinder begleiten, betreuen und fördern.
Die Konzeption dient als Orientierung für Eltern, Interessierte und Fachstellen. Sie macht transparent, nach welchen pädagogischen Prinzipien wir arbeiten und wie wir die Entwicklung der Kinder im Alltag unterstützen.
Gleichzeitig versteht sich die Konzeption als lebendiges Dokument, das regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird, um den Bedürfnissen der Kinder und aktuellen fachlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Wir sind Astrid Gehler und Mandy Kelm.
Ich wurde 1966 geboren. Nach meinem Schulabschluss machte ich zunächst eine Ausbildung zur Gärtnerin. Nach einigen Jahren entschloss ich mich, noch eine zweite Ausbildung zur Heimerzieherin zu
machen. Danach arbeitete ich 10 Jahre lang mit Jugendlichen und Erwachsenen.
Nach der Geburt meines Sohnes 2004 wechselte ich beruflich in den Kleinkind- und Elementarbereich von Kindertagesstätten. In den folgenden Jahren absolvierte ich erfolgreich eine Zusatzausbildung
zur Facherzieherin für Integration. In diesem Bereich war ich in verschiedenen Kindertagesstätten meines damaligen Arbeitgebers tätig. 2019 entschloss ich mich, noch einmal einen neuen Weg
einzuschlagen und den Traum einer selbstständigen Arbeit als Erzieherin wahr werden zu lassen.
Seit 01.01.2020 bin ich als Tagesmutter im Stadtbezirk Berlin-Pankow tätig.
Im Zuge unseres neuen Web-Auftritts haben wir den Namen unserer Kindertagespflege von „Thule44“ in „Kinder(t)raum44“ geändert.
Ich wurde 1981 geboren. Nach dem Schulabschluss absolvierte ich eine Ausbildung in der Bäckerei. Als meine Kinder geboren wurden, entschied ich mich jedoch für einen anderen Berufsweg: Zunächst arbeitete ich als Hauswirtschaftskraft in einer Deutsch- Englischen Kita. 2020 begann ich dann die Ausbildung zur Erzieherin in einer Deutsch–Russischen Kita, die ich 2023 erfolgreich abschloss. Danach arbeitete ich ausschließlich im Krippenbereich in einer Deutsch-Englischen Kita, sammelte dort weitere Kenntnisse und Fertigkeiten und trat in eine stellvertretende Leitungsposition ein.
Schon immer war es mein Traum, in einer Tagespflege zu arbeiten. Jetzt bietet sich die Chance, und ich starte gemeinsam mit Astrid als selbstständige Erzieherin. Ich freue mich riesig darauf, eure Kinder in diesem familiären Rahmen zu betreuen und in ihrer Entwicklung ein Stück weit zu begleiten.
Die Kindertagespflege ist ein öffentlich gefördertes Betreuungsangebot für Kinder, vorrangig im Alter von 0 bis 3 Jahren.
Eltern können dieses Angebot im Rahmen des Kita-Gutschein-Systems kostenfrei in Anspruch nehmen.
Die rechtlichen Grundlagen der Kindertagespflege ergeben sich insbesondere aus den §§ 22 bis 24 SGB VIII. Diese beschreiben den Förderauftrag von Bildung, Erziehung und Betreuung sowie den Anspruch auf frühkindliche Förderung in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege. Ziel ist es, die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung der Kinder ganzheitlich und individuell zu unterstützen.
Ergänzend wird die Kindertagespflege in Berlin durch das Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG) geregelt. Dieses konkretisiert die Anforderungen an Qualität, Organisation und Ausgestaltung der Kindertagesbetreuung. Jede Kindertagespflegeperson wird vor Erteilung einer Pflegeerlaubnis nach § 43 SGB VIII durch das zuständige Jugendamt auf ihre persönliche und fachliche Eignung überprüft. Zudem erfolgt eine kontinuierliche fachliche Begleitung und Qualifizierung. Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist das Berliner Bildungsprogramm (BBP). Es dient als verbindlicher Orientierungsrahmen für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindertagespflege und wird alltagsintegriert in den sieben Bildungsbereichen umgesetzt.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die konsequente Einhaltung der geltenden Hygiene- und Gesundheitsvorschriften, insbesondere der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 sowie der Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes. Dadurch gewährleisten wir einen sicheren und hygienischen Rahmen für die Betreuung der Kinder.
Die Thulestraße 44 liegt im Stadtbezirk Berlin-Pankow. In der näheren Umgebung befinden sich Spielplätze und vielfältige Einkaufsmöglichkeiten.
Durch die gute Anbindung an Bus und Bahn ist unsere Einrichtung bequem erreichbar.
Auf insgesamt 90 qm stehen den Kindern zwei liebevoll gestaltete Räume, eine Küche sowie ein Bad zur Verfügung.
Ein großer, heller und offener Raum bietet viel Platz zum Spielen, Entdecken und gemeinsamen Einnehmen der Mahlzeiten. Ein weiterer Raum lädt zum Ausruhen, Schlafen,
Kuscheln und Träumen ein und schafft eine angenehme Atmosphäre für Rückzug und Entspannung.
In unserer Küche bereiten wir täglich frisch eine gesunde und ausgewogene Mittagsmahlzeit zu. Dabei legen wir Wert auf eine kindgerechte Ernährung und gemeinsame Mahlzeiten in einer angenehmen Atmosphäre.
Das Badezimmer ist auf die Bedürfnisse der Kinder angepasst. Eine Toilette mit Kindersitz und Tritthocker ermöglicht einen selbstständigen und sicheren Zugang. Das Waschbecken ist für die Kinder gut erreichbar und unterstützt sie dabei, das Händewaschen eigenständig zu erlernen. Jedes Kind verfügt über ein eigenes Handtuch.
Im Eingangsbereich befinden sich die Garderobe sowie persönliche Fächer für die Kinder. Hier können individuelle Gegenstände sicher aufbewahrt werden. Alle Fächer und Garderobenhaken sind mit den Namen der Kinder gekennzeichnet, sodass sie ihren Platz leicht wiederfinden.
Unsere Räume befinden sich im Erdgeschoss und sind Barrierefrei zugänglich. In unmittelbarer Nähe laden mehrere Spielplätze zu abwechslungsreichen Bewegung- und Naturerfahrungen im Freien ein.
Von Montag bis Freitag haben wir in der Zeit von 8:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.
Wir haben jährliche Schließzeiten (Urlaub/ Fortbildungen), die die Eltern für Ihre persönliche Planung am Ende des Kalenderjahres erhalten.
Die Kindertagespflegestelle "Kinder(t)raum44" bietet den Kindern eine liebevolle, sichere und anregende Umgebung, in der sie sich wohlfühlen, spielen, lernen und in ihrem individuellen Tempo entwickeln können.
8:00 - 9:30 Uhr Ankommen und begleitetes Freispiel
9:30 - 10:00 Uhr Morgenkreis mit anschließendem Obst-und Gemüsesnack
ab 10:00 Uhr Spiel, Bewegung (drinnen oder draußen)
etwa 11:30 Uhr Mittagessen
ca. 12:00 Uhr Mittagsruhe
ca. 15:00 Uhr Nachmittagssnack
bis zum Abholen Freispiel
Die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit bildet das Berliner Bildungsprogramm (BBP). Jedes Kind wird von uns als eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen wahrgenommen. Wir begleiten die Kinder wertschätzend und situationsorientiert auf ihrem Entwicklungsweg und schaffen eine anregende Umgebung, die zum Entdecken, Forschen, Lernen und Wohlfühlen einlädt.
Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich an den sieben Bildungsbereichen des Berliner Bildungsprogramms. Diese begleiten die Kinder im Alltag und werden durch vielfältige Angebote, Materialien und Erfahrungen ganzheitlich gefördert.
Bücher laden zum selbstständigen Anschauen oder gemeinsamen Vorlesen ein. Zur Förderung der Grob- und Feinmotorik stehen den Kindern unter anderem ein Bällebad, Holz- und Kunststoffbausteine, Fahrzeuge, Puzzle sowie vielfältige Mal- und Bastelmaterialien und erste Gesellschaftsspiele zur Verfügung.
Besonders wichtig ist uns das freie Spiel. Die Kinder entscheiden selbst, womit sie spielen und wie sie ihre Ideen umsetzen möchten. Dadurch werden ihre Kreativität, Fantasie und Selbstständigkeit gestärkt. Im Spiel erforschen sie ihre Umwelt, erkennen Zusammenhänge und Unterschiede und entwickeln wichtige Fähigkeiten für ihren weiteren Lebensweg.
Musik ist ein fester Bestandteil unseres Alltags. Verschiedene Musik- und Klanginstrumente stehen den Kindern zur Verfügung und laden zum Ausprobieren und gemeinsamen Musizieren ein. Lieder, Reime und Gesang begleiten uns durch den Tag und sind fester Bestandteil vieler Rituale. Musik schafft Gemeinschaft, fördert die Freude am Lernen und unterstützt die sprachliche Entwicklung der Kinder auf natürliche Weise.
Ein strukturierter Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen vermittelt den Kindern Orientierung, Sicherheit und Geborgenheit. Gemeinsames Aufräumen, Essen, Händewaschen und Ausruhen finden zu festen Zeiten statt und geben dem Tag einen verlässlichen Rahmen. Sprache spielt dabei eine wichtige Rolle. Durch Gespräche, Geschichten, Lieder und Reime fördern wir die sprachliche Entwicklung der Kinder alltagsintegriert und unterstützen sie dabei, ihren Wortschatz kontinuierlich zu erweitern. In Anlehnung an den Leitsatz von Maria Montessori „Hilf mir, es selbst zu tun“ möchten wir die Kinder auf ihrem Weg zu mehr Selbstständigkeit begleiten. Wir ermutigen sie, eigene Erfahrungen zu machen, Herausforderungen zu bewältigen und Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Dazu gehört beispielsweise, sich selbst an- und auszuziehen, persönliche Gegenstände oder den eigenen Namen wiederzuerkennen. Gleichzeitig bereiten wir die Kinder behutsam auf den späteren Übergang in den Kindergarten vor.
Durch kreatives Spiel, vielfältige Alltagserfahrungen und gemeinsame Entdeckungen in unserer Tagespflege und der näheren Umgebung lernen die Kinder Schritt für Schritt die Welt kennen. Sie entwickeln ein gesundes Selbstbewusstsein, entdecken ihre eigene Persönlichkeit und lernen zugleich, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Dabei sammeln sie erste Erfahrungen im Umgang mit Konflikten und erwerben wichtige soziale Kompetenzen, die sie ein Leben lang begleiten werden.
Der familiäre und überschaubare Rahmen unserer Kindertagespflegestelle ermöglicht es uns, jedes Kind aufmerksam wahrzunehmen und individuell zu begleiten. So schaffen wir eine vertrauensvolle, wertschätzende und liebevolle Atmosphäre, in der sich die Kinder sicher und geborgen fühlen und ihre Entwicklung in ihrem eigenen Tempo entfalten können.
Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil unseres pädagogischen Alltags. Die Kinder essen von bruchsicherem Porzellangeschirr und trinken aus Tassen und Gläsern. Am Vor- und Nachmittag bieten wir frische Obst- und Gemüsesnacks an.
Das Mittagessen wird täglich frisch zubereitet. Dabei achten wir auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Fleischgerichte (ohne Schweinefleisch) werden einmal pro Woche angeboten. Ebenfalls einmal wöchentlich gibt es eine süße Hauptmahlzeit, bei der die Süße überwiegend aus natürlichen Zutaten wie Apfelmus oder Beeren stammt.
Als Getränke stehen den Kindern jederzeit Wasser sowie ungesüßter Tee zur Verfügung.
Das Mittagessen servieren wir in Glasschüsseln, damit die Kinder sehen können, welche Speisen angeboten werden. Jedes Kind wird ermutigt, Neues zu probieren, entscheidet jedoch selbst, was und wie viel es essen möchte. So unterstützen wir die Kinder dabei, ein gesundes und natürliches Gefühl für Hunger und Sättigung zu entwickeln.
Nach dem Mittagessen gehören das Händewaschen, auf Wunsch das Zähneputzen sowie eine gemeinsame Ruhezeit zu unserem Tagesablauf. Die Kinder erhalten die Möglichkeit, sich auszuruhen, zu entspannen oder zu schlafen.
Kinder, die nach etwa 30 Minuten nicht einschlafen, dürfen die Ruhezeit beenden und sich wieder einer ruhigen Spielbeschäftigung widmen. Dabei achten wir stets auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes.
Wir verstehen Vielfalt als Bereicherung und begleiten Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen individuell und ressourcenorientiert. Durch Astrids Zusatzqualifikation als Facherzieherin für Integration können Kinder mit besonderem Förderbedarf im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten unterstützt und begleitet werden.
Die Sauberkeitsentwicklung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbstständigkeit und erfolgt bei jedem Kind in seinem eigenen Tempo. In unserer Kindertagespflegestelle begleiten wir diesen Prozess einfühlsam und ohne Druck.
In enger Zusammenarbeit mit den Eltern achten wir auf die Signale der Kinder und unterstützen sie dabei, ein Bewusstsein für die Bedürfnisse ihres Körpers zu entwickeln. Wir fragen die Kinder, ob sie die Toilette benutzen möchten, und respektieren ihre Entscheidung.
Den Kindern stehen sowohl ein Töpfchen im Gruppenraum als auch die kindgerechte Toilette im Badezimmer zur Verfügung. Durch einen entspannten und wertschätzenden Umgang mit diesem Entwicklungsschritt fördern wir das Selbstvertrauen der Kinder und unterstützen sie dabei, ihre Körperwahrnehmung zu stärken.
Zum Schutz aller Kinder und Familien und uns selbst bitten wir darum, Erkrankungen frühzeitig mitzuteilen.
Bei meldepflichtigen Erkrankungen nach dem Infektionsschutzgesetz richten wir uns nach den jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Gesundheitsamtes. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben besteht seit dem 01.03.2020 für alle Kinder, die eine Kindertagesbetreuungseinrichtung besuchen, die Verpflichtung, ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen ausreichenden Masernschutz nachzuweisen.
Die Eingewöhnung erfolgt in Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell und orientiert sich gleichzeitig an den individuellen Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes. Jedes Kind bringt seine eigene Persönlichkeit, sein eigenes Tempo und seine eigenen Erfahrungen mit. Deshalb gestalten wir die Eingewöhnungszeit behutsam, bedürfnisorientiert und in enger Zusammenarbeit mit den Eltern. Für das Kind ist die Eingewöhnung eine große und bedeutende Aufgabe. Es lernt neue Räume kennen, begegnet anderen Kindern und baut Vertrauen zu neuen Bezugspersonen auf. Gleichzeitig entstehen neue Beziehungen und Bindungen. Damit dieser Übergang gelingt, benötigt das Kind sowohl unsere Unterstützung als auch die vertrauensvolle Begleitung seiner Eltern.
So kann eine Eingewöhnung bei uns aussehen.
Am ersten Tag besucht ein Elternteil oder eine andere vertraute Bezugsperson gemeinsam mit dem Kind für etwa eine Stunde unsere Kindertagespflegestelle. Nach Möglichkeit sollte während der gesamten Eingewöhnungszeit dieselbe Begleitperson anwesend sein, um dem Kind Kontinuität und Sicherheit zu vermitteln. Die Begleitperson sucht sich einen ruhigen und gut einsehbaren Platz im Raum und bleibt als sicherer Hafen für das Kind verfügbar. Dabei ist es hilfreich, sich eher zurückhaltend zu verhalten und dem Kind die Möglichkeit zu geben, die neue Umgebung in seinem eigenen Tempo zu erkunden.
Bereits die erste Kontaktaufnahme zu einer Tagespflegeperson, einem anderen Kind oder einem Spielzeug ist ein wichtiger Schritt und zeigt, dass das Kind beginnt, Vertrauen aufzubauen und sich mit seiner neuen Umgebung auseinanderzusetzen. Sobald das Kind eine stabile Beziehung zu einer Tagespflegeperson entwickelt hat und sich sicher genug fühlt, kann eine erste kurze Trennung stattfinden. Dabei ist es besonders wichtig, dass sich die Begleitperson bewusst und liebevoll von ihrem Kind verabschiedet. Dies schafft Verlässlichkeit und stärkt das Vertrauen des Kindes.
Vertraute Gegenstände wie ein Schnuller, ein Kuscheltuch, ein Kuscheltier oder ein anderer persönlicher Trostspender können dem Kind zusätzliche Sicherheit geben und sollten während der Eingewöhnungszeit in der Tagespflege zur Verfügung stehen. Die Trennungszeiten werden anschließend Schritt für Schritt erweitert. Dabei richten wir uns stets nach den Bedürfnissen und Signalen des Kindes. Jedes Kind benötigt unterschiedlich viel Zeit, um sich auf die neue Situation einzulassen.
Die Eingewöhnung dauert in der Regel zwischen zwei und vier Wochen, kann in Einzelfällen jedoch auch länger Zeit in Anspruch nehmen. Wir bitten die Eltern, diese Zeit einzuplanen und dem Kind die Möglichkeit zu geben, den Übergang ohne Zeitdruck zu bewältigen. Ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern ist uns während der gesamten Eingewöhnungsphase besonders wichtig. Gemeinsam reflektieren wir täglich die Erlebnisse des Kindes und besprechen die nächsten Schritte. So können wir die Eingewöhnung individuell gestalten und optimal auf die Bedürfnisse des Kindes abstimmen.
Die Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklung ist ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Sie bildet die Grundlage, um jedes Kind individuell wahrzunehmen, seine Interessen zu erkennen und es gezielt in seiner Entwicklung zu begleiten. Zur Dokumentation nutzen wir das Portfolio sowie das BeoKiz-Verfahren im Alltag.
Im Portfolio werden Entwicklungsprozesse, besondere Erlebnisse, Lerngeschichten, Fotos und kreative Arbeiten der Kinder gesammelt. Es macht die Entwicklung jedes Kindes sichtbar und stärkt sein Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten. Das BeoKiz-Verfahren dient der alltagsintegrierten Beobachtung kindlicher Bildungs- und Entwicklungsprozesse. Es unterstützt uns dabei, die Stärken, Interessen und Entwicklungsfortschritte der Kinder systematisch wahrzunehmen und daraus pädagogische Angebote abzuleiten. Beide Verfahren helfen uns, die Kinder individuell zu begleiten, ihre Entwicklung wertschätzend zu dokumentieren und die Zusammenarbeit mit den Eltern zu unterstützen.
Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen ihres Kindes und geben ihm gerade in dieser sensiblen Phase Halt und Sicherheit. Kinder nehmen die Gefühle ihrer Eltern sehr genau wahr. Deshalb ist es uns wichtig, Sorgen, Fragen oder Unsicherheiten offen anzusprechen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein ehrlicher Austausch schaffen die Grundlage dafür, dass sich Ihr Kind bei uns sicher, geborgen und willkommen fühlen kann.
Eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern ist für uns eine wichtige Grundlage, um die Kinder bestmöglich in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu fördern. Ein offener Austausch und gegenseitiges Vertrauen schaffen die Basis für eine gelungene Betreuung und ein gutes Miteinander. Einmal jährlich laden wir zu einem Elternnachmittag ein. Dieser bietet Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich besser kennenzulernen und die Kinder in ihrer vertrauten Spiel- und Lernumgebung zu erleben. Gemeinsame Begegnungen stärken die Zusammenarbeit und fördern den Austausch zwischen Familien und Tagespflegepersonen.
Auch im Alltag nehmen wir uns Zeit für kurze Gespräche beim Bringen und Abholen der Kinder. So können aktuelle Informationen, Beobachtungen oder Fragen zeitnah ausgetauscht werden. Anregungen, Kritik und Beschwerden der Eltern verstehen wir als wichtige Impulse zur Weiterentwicklung unserer Arbeit und nehmen diese offen und wertschätzend entgegen. Sollten Sie ein ausführlicheres Gespräch wünschen, vereinbaren wir gerne einen individuellen Termin in ruhiger Atmosphäre. Ein persönliches Entwicklungsgespräch über den Entwicklungsstand Ihres Kindes findet einmal jährlich statt. Dabei tauschen wir uns über die Entwicklung, Stärken, Interessen und individuellen Bedürfnisse Ihres Kindes aus und besprechen gemeinsam mögliche nächste Entwicklungsschritte.
Ihre Anliegen sind uns wichtig. Wenn Sie Fragen, Sorgen, Unsicherheiten oder Wünsche haben, sprechen Sie uns jederzeit gerne an. Ein frühzeitiger und offener Austausch ermöglicht es uns, gemeinsam die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung und das Wohlbefinden Ihres Kindes zu schaffen. Wir verstehen Eltern und Tagespflegepersonen als verlässliche Partner im Interesse des Kindes. Durch eine wertschätzende Zusammenarbeit können wir Ihrem Kind Sicherheit, Geborgenheit und optimale Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Die pädagogische Qualität unserer Kindertagespflegestelle basiert auf einer liebevollen, fachlich fundierten und reflektierten Arbeit mit den Kindern. Wir orientieren uns am Berliner Bildungsprogramm (BBP) und richten unsere pädagogische Arbeit an den individuellen Bedürfnissen, Interessen und Entwicklungsständen der Kinder aus. Ein regelmäßiger Austausch, die kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern sichern eine hohe Qualität unserer pädagogischen Arbeit. Zudem nehmen wir regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil und reflektieren unser pädagogisches Handeln kontinuierlich.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Kindertagespflegepersonen. Dieser fachliche Austausch bietet wertvolle Impulse, ermöglicht Perspektivwechsel und stellt eine wichtige Chance dar, den eigenen pädagogischen Alltag zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es, den Kindern eine sichere, anregende und wertschätzende Umgebung zu bieten, in der sie sich bestmöglich entwickeln können.
Der Schutz personenbezogener Daten hat in unserer Kindertagespflegestelle einen hohen Stellenwert. Alle Daten der Kinder und Familien werden vertraulich behandelt und ausschließlich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen verarbeitet. Grundlage hierfür sind insbesondere die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie die geltenden Vorschriften des SGB VIII. Personenbezogene Daten werden nur erhoben, soweit sie für die Betreuung, Förderung und Dokumentation der kindlichen Entwicklung erforderlich sind. Fotos der Kinder werden ausschließlich mit schriftlicher Einwilligung der Sorgeberechtigten erstellt und verwendet. Die Portfolioarbeit dient ausschließlich der pädagogischen Dokumentation und ist nur für das jeweilige Kind sowie dessen Sorgeberechtigte zugänglich.
Eine Weitergabe von Daten an Dritte erfolgt nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Sorgeberechtigten oder auf Grundlage gesetzlicher Verpflichtungen, beispielsweise gegenüber dem Jugendamt. Alle Unterlagen und Dokumentationen werden sicher aufbewahrt und vor unbefugtem Zugriff geschützt. Wir verstehen unsere Konzeption als lebendiges Dokument, das regelmäßig überprüft und an neue fachliche, gesetzliche und pädagogische Entwicklungen angepasst wird.
Wir freuen uns auf eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünschen uns allen eine schöne und ereignisreiche Zeit in der KTP Kinder(t)raum44.
1. Einleitung
Der Schutz und das Wohl der uns anvertrauten Kinder haben oberste Priorität. Kinder haben das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung sowie auf Schutz vor körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung. Unsere Kindertagespflegestelle versteht sich als sicherer Ort, an dem Kinder in ihrer Persönlichkeit geachtet, beteiligt und in ihrer Entwicklung begleitet werden.
Wir, Astrid Gehler und Mandy Kelm, tragen als Kindertagespflegepersonen eine besondere Verantwortung für die Sicherheit und das Wohlergehen der Kinder. Dieses Kinderschutzkonzept dient uns als Orientierung für den pädagogischen Alltag sowie für den Umgang mit Unsicherheiten und Verdachtsfällen.
Kinderschutz wird bei uns durch eine achtsame Haltung, regelmäßige Beobachtung der Kinder, strukturierte Abläufe, Dokumentation sowie die enge Zusammenarbeit mit Eltern, Fachberatungen und dem Jugendamt umgesetzt.
2. Pädagogische Haltung und Qualifikation
Wir sehen jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit mit dem Recht auf Schutz, Bildung, Beteiligung und Gleichbehandlung – unabhängig von Herkunft, Sprache, Geschlecht, Religion oder Beeinträchtigung. Vielfalt ist fester Bestandteil unseres Alltags. Bücher, Puppen, Materialien sowie Feste und Bräuche verschiedener Kulturen ermöglichen den Kindern wertvolle Erfahrungen mit Vielfalt und Gemeinschaft. Astrid verfügt als Fachkraft für Integration über besondere Kompetenzen in der Begleitung von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf.
Mandy bringt langjährige Erfahrungen aus einer multikulturellen Kindertageseinrichtung mit. Gemeinsam gestalten wir unsere pädagogische Arbeit kultursensibel, ressourcenorientiert und bedürfnisgerecht. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern bildet die Grundlage unserer Erziehungspartnerschaft. Regelmäßige Gespräche ermöglichen einen kontinuierlichen Austausch über Entwicklung, Bedürfnisse und Wohlbefinden der Kinder.
3. Prävention durch Räume und Materialien
Unsere Räume sind kindgerecht, übersichtlich und sicher gestaltet. Sie ermöglichen sowohl eine angemessene Aufsicht als auch Rückzugsmöglichkeiten und selbstständiges Handeln. Spiel- und Beschäftigungsmaterialien werden regelmäßig auf Sicherheit, Sauberkeit und Vollständigkeit überprüft. Die Einhaltung von Hygiene-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards trägt zusätzlich zum Schutz der Kinder bei. Mögliche Risiken für Grenzverletzungen werden regelmäßig im Team reflektiert. Dabei betrachten wir insbesondere Pflegesituationen, Übergänge, Ausflüge sowie die Gestaltung der Räumlichkeiten und passen unsere Schutzmaßnahmen bei Bedarf an.
4. Gesetzliche Grundlagen
Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung ist gesetzlich im § 8a SGB VIII (Sozialgesetzbuch – Achtes Buch) geregelt. Er verpflichtet insbesondere Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen zur Wahrnehmung des Kindeswohls und zur aktiven Mitwirkung im Kinderschutz. Als Kindertagespflegepersonen sind wir verpflichtet, Anhaltspunkte für eine mögliche Kindeswohlgefährdung wahrzunehmen und entsprechend zu handeln.
Wird ein Gefährdungsrisiko erkannt, ziehen wir eine insoweit erfahrene Fachkraft zum Kinderschutz hinzu und beziehen – sofern notwendig – auch die Erziehungsberechtigten sowie das Jugendamt in die Klärung und den weiteren Verlauf mit ein. Diese Vorgehensweise entspricht dem berlinweit einheitlichen Verfahren zum Kinderschutz. Wir haben verbindlich vereinbart und zugesagt, dass wir die Verpflichtung aus dem SGB VIII auf der Grundlage des einheitlichen Verfahrens in Berlin umsetzen werden. Unser Ziel ist es, das körperliche, emotionale und soziale Wohl der Kinder sicherzustellen.
Gleichzeitig gestalten wir unsere Kindertagespflegestelle so, dass sich Kinder sicher und geschützt fühlen können. Dazu gehören pädagogische Haltungen ebenso wie rechtliche und organisatorische Maßnahmen, die im Folgenden weiter ausgeführt werden.
Die nachfolgenden Bausteine beschreiben unsere Maßnahmen zum institutionellen Kinderschutz innerhalb der Kindertagespflege „Kinder(t)raum44“. Sie sollen verdeutlichen, wie wir einen „sicheren Ort für Kinder“ schaffen und erhalten wollen.
§ 8a SGB VIII – Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
Verpflichtung zur Einschätzung einer Gefährdung, ggf. unter Hinzuziehung einer „insoweit erfahrenen Fachkraft“, Meldung an das Jugendamt bei Gefahr im Verzug.
§ 72a SGB VIII – Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen
Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses für alle Betreuungspersonen.
§ 43 SGB VIII – Förderung in Kindertagespflege
Erlaubnis zur Tagespflege nur bei persönlicher, fachlicher und gesundheitlicher Eignung.
Landesrecht Berlin
Berliner Kinderschutzgesetz (KiSchG BE )
Verpflichtet Betreuungseinrichtungen zur Umsetzung von Schutzkonzepten, Beschwerdemöglichkeiten für Kinder und Beteiligung von Eltern.
Kindertagespflegeverordnung Berlin (VOKitaFöG)
Vorgaben zur Qualifikation, Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und Teilnahme an Schulungen.
Kooperationsvereinbarungen mit Jugendämtern
Regeln Informationspflichten, Gefährdungseinschätzung, Zusammenarbeit mit Fachberatung.
5. Kinderrechte und ihre Umsetzung in der Kindertagespflege Kinder(t)raum44
Recht auf Gleichheit
Alle Kinder sind bei uns willkommen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Sprache oder Hautfarbe. Vielfalt wird bewusst gelebt, zum Beispiel durch Bücher, Puppen und Feste aus verschiedenen Kulturen (z. B. Ramadan, Weihnachten, Laternenfest). Wir greifen dabei die Feste auf, die gerade für unsere Familien aktuell sind, und orientieren uns an deren Kultur. Eltern werden aktiv eingebunden: Sie kochen für uns landestypische Gerichte, erzählen von den Traditionen ihres Festes oder helfen bei der Dekoration. So lernen die Kinder die Vielfalt von Kulturen unmittelbar kennen und erleben sie als Bereicherung.
Recht auf Gesundheit und Geborgenheit
Wir schaffen eine Umgebung, in der die Kinder sich sicher und wohlfühlen. Dafür kommen wir vor Schichtbeginn etwa 20 Minuten früher, um die Räume vorzubereiten. Besonders in der dunklen und kalten Jahreszeit sorgen wir mit Lichtern und Lichterketten für eine warme und geborgene Atmosphäre. Die Räume werden vor Ankunft der Kinder erwärmt, und täglich werden frische Obst- und Gemüseteller vorbereitet. So starten die Kinder in einen liebevoll gestalteten Tag, der sowohl Geborgenheit als auch Gesundheit fördert. Ebenso legen wir großen Wert auf Hygiene. Vor dem Verlassen der Kindertagespflege wird täglich alles gründlich gereinigt und ordentlich hinterlassen, sodass die Kinder am nächsten Tag in sauberen Räumen ankommen können.
Recht auf Bildung
Wir fördern die Kinder entsprechend ihres individuellen Entwicklungsstandes und achten dabei auf ihre persönlichen Interessen. Durch aufmerksame Beobachtung erkennen wir, womit sich jedes Kind besonders gern beschäftigt, und stellen gezielt Materialien zur Verfügung, die seine Entwicklung unterstützen. Dabei setzen wir bewusst auf nachhaltige Materialien sowie auf selbst gemachte Lernspiele, die wir individuell an die Bedürfnisse der Kinder anpassen. So entstehen kreative Lernmöglichkeiten, die ressourcenschonend und zugleich kindgerecht sind.
Recht auf Spiel und Freizeit
Spiel und Ruhezeiten sind ein fester Bestandteil unseres Tagesablaufs. Dabei orientieren wir uns am Rhythmus und den Bedürfnissen der Kinder. Jedes Kind kann selbst entscheiden, wo es spielen möchte, mit wem es spielt oder ob es lieber alleine beschäftigt sein mag. Wir beobachten aufmerksam, wann ein Kind sein freies Spiel beendet, und greifen diesen Moment auf, um gemeinsam zu entscheiden, was als Nächstes folgt. So fragen wir die Kinder beispielsweise, wer nach draußen gehen möchte, und lassen sie aktiv mitbestimmen. Auf diese Weise erleben die Kinder, dass ihre Signale wahrgenommen werden, und sie lernen, ihren Alltag selbst mitzugestalten. Das freie Spiel wird so zu einem wichtigen Raum für Selbstbestimmung, Kreativität und soziale Erfahrungen.
Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung
Kinder dürfen bei uns ihre Bedürfnisse äußern, ihre Meinung sagen und werden dabei ernst genommen. Um dies auch Kindern zu ermöglichen, die noch nicht oder nur wenig sprechen können, setzen wir gezielt Projekte wie „Gefühle“ ein. Dabei arbeiten wir mit Bildkarten, auf denen unterschiedliche Emotionen dargestellt sind. So können die Kinder durch Zeigen mitteilen, wie sie sich fühlen.
Uns ist wichtig, dass die Kinder erfahren: Jedes Gefühl hat seine Berechtigung und es ist in Ordnung, sich unterschiedlich zu fühlen. Wir begleiten diesen Prozess sprachlich, indem wir die passenden Begriffe nennen und damit den Wortschatz der Kinder erweitern. Auf diese Weise lernen die Kinder nicht nur, ihre Gefühle auszudrücken, sondern erfahren zugleich, dass ihre Meinung zählt und sie in Entscheidungen einbezogen werden.
Darüber hinaus gestalten wir Beteiligung auch im Alltag: Kinder dürfen zum Beispiel auswählen, welches Lied im Morgenkreis gesungen wird, den Tisch zum Frühstück decken oder entscheiden, welche Erzieherin sie wickeln soll. So erleben sie frühzeitig Selbstbestimmung und werden gestärkt, ihre Bedürfnisse klar zu äußern.
Recht auf Schutz vor Gewalt
Wir achten auf eine gewaltfreie, empathische und achtsame Begleitung der Kinder. Körperliche und seelische Unversehrtheit haben für uns oberste Priorität. Deshalb schaffen wir einen Rahmen, in dem die Kinder sich sicher fühlen und wissen, dass ihre Gefühle respektiert werden. Wenn ein Kind traurig ist, weil es ein Spielzeug abgeben musste, trösten wir es ohne zu werten und benennen seine Gefühle. So erlebt das Kind, dass sein Empfinden ernst genommen wird und es in seiner Situation nicht allein bleibt.
Konflikte zwischen Kindern begleiten wir aktiv. Statt zu bestrafen, helfen wir den Kindern, ihre Bedürfnisse auszudrücken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wenn zwei Kinder beispielsweise um ein Spielzeug streiten, unterstützen wir sie dabei, abwechselnd zu spielen oder gemeinsam eine Alternative zu finden. Auf diese Weise lernen die Kinder, Konflikte konstruktiv und gewaltfrei zu bewältigen.
Recht auf elterliche Fürsorge
Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen für ihre Kinder, und wir verstehen uns als ergänzende Begleiterinnen im Alltag. Deshalb legen wir großen Wert auf eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Bereits vor der Eingewöhnung führen wir – Astrid und Mandy – gemeinsam mit den Eltern ein ausführliches Vorgespräch. Dabei werden die individuellen Bedürfnisse, Gewohnheiten und Besonderheiten des Kindes besprochen. Zusätzlich füllen die Eltern Aufnahmebögen aus, in denen alle wichtigen Informationen schriftlich festgehalten werden. So können wir von Anfang an gezielt auf das Kind eingehen und eine behutsame Eingewöhnung gestalten.
Wir geben Eltern regelmäßig Einblicke in die Entwicklung und das Wohlbefinden ihres Kindes. Dies geschieht durch kurze Tür-und-Angel-Gespräche beim Bringen und Abholen, in denen wir Beobachtungen aus dem Alltag weitergeben oder aktuelle Themen ansprechen. Zusätzlich führen wir geplante Entwicklungsgespräche, in denen wir anhand unserer Beobachtungen Entwicklungsfortschritte, Interessen und mögliche Förderbedarfe besprechen.
Einblicke in unseren Alltag werden ausschließlich unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen und mit schriftlicher Einwilligung der Eltern veröffentlicht. Über unsere Webseite können sich Familien bereits vorab darüber informieren, wie unsere Kindertagespflege arbeitet. Zudem stellen wir auf Instagram Einblicke in unseren Tagesablauf bereit, sodass Eltern ihren Alltag transparenter miterleben können.
Recht auf Schutz der Privatsphäre und Würde
Pflegesituationen werden mit Respekt gestaltet, Rückzugsmöglichkeiten sind gegeben.
Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht
Kinder aus belasteten Situationen finden bei uns einen sicheren Ort mit stabilen Bezugspersonen.
Recht auf besondere Förderung bei Behinderung
Astrid ist Fachkraft für Integration. Kinder mit Förderbedarf werden individuell begleitet.
6. Kinderschutz durch Struktur, Achtsamkeit und Beteiligung
Kinderschutz ist ein fester Bestandteil unseres pädagogischen Alltags und wird durch klare Strukturen, eine achtsame Haltung sowie die Beteiligung der Kinder umgesetzt. Ein verlässlicher Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen gibt den Kindern Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit. Gleichzeitig schaffen wir Raum für Mitbestimmung und berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse der Kinder.
Pflege- und Alltagssituationen werden respektvoll, transparent und unter Wahrung der Intimsphäre gestaltet. Die Kinder werden altersgerecht beteiligt, ihre Gefühle und Grenzen werden ernst genommen und respektiert. Unsere Räumlichkeiten und Materialien werden regelmäßig auf Sicherheit überprüft, um den Kindern eine geschützte Umgebung zu bieten. Durch Beobachtung, Reflexion und einen wertschätzenden Umgang schaffen wir einen Ort, an dem Kinder sich sicher entwickeln können.
Als Kindertagespflegepersonen reflektieren wir unser pädagogisches Handeln regelmäßig, tauschen uns fachlich aus und nutzen bei Bedarf die Unterstützung von Fachberatungen und dem Jugendamt. Durch diese präventiven Maßnahmen tragen wir dazu bei, die Rechte der Kinder zu schützen, ihre Selbstbestimmung zu stärken und ihr Wohlbefinden dauerhaft zu sichern.
7. Beschwerdeverfahren für Kinder und Eltern
Beschwerden verstehen wir als wichtige Möglichkeit zur Mitgestaltung und Qualitätsentwicklung. Kinder und Eltern haben jederzeit das Recht, Wünsche, Kritik, Sorgen oder Anregungen zu äußern. Beschwerden von Kindern nehmen wir sowohl verbal als auch nonverbal wahr. Durch Beobachtung, Gespräche, Bildkarten und die tägliche Beteiligung der Kinder schaffen wir Möglichkeiten, Unzufriedenheit, Wünsche und Bedürfnisse auszudrücken. Kinder zeigen dies beispielsweise durch Rückzug, Ablehnung, Weinen oder verändertes Verhalten. Diese Signale nehmen wir ernst und gehen ihnen aufmerksam nach. Je nach Alter und Entwicklungsstand werden die Kinder ermutigt, ihre Bedürfnisse und Gefühle auszudrücken und an der Lösungsfindung beteiligt. Eltern können sich jederzeit persönlich an uns wenden. Anliegen werden zeitnah, wertschätzend und vertraulich besprochen. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen, die dem Wohl des Kindes dienen. Beschwerden werden als Chance verstanden, unsere pädagogische Arbeit zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
8. Verhaltenskodex – Nähe und Distanz
Ein professioneller und respektvoller Umgang mit Nähe und Distanz ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Kinderschutzes. Wir achten die persönlichen Grenzen der Kinder und respektieren ihre individuellen Bedürfnisse nach Nähe und Rückzug. Körperkontakt erfolgt ausschließlich aus pädagogischen, pflegerischen oder tröstenden Gründen und orientiert sich stets am Wohlbefinden des Kindes. Pflegesituationen werden sprachlich begleitet und transparent gestaltet. Die Intimsphäre der Kinder wird geschützt und ihre Selbstbestimmung altersgerecht berücksichtigt. Kinder werden niemals zu Körperkontakt gezwungen. Ein respektvoller Umgangston, wertschätzende Kommunikation sowie ein achtsamer Umgang miteinander bilden die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit.
9. Prävention sexualisierter Gewalt
Die Prävention sexualisierter Gewalt ist ein wichtiger Bestandteil unseres Kinderschutzauftrages. Wir stärken die Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung und unterstützen sie dabei, eigene Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen und auszudrücken. Die Kinder erfahren, dass ihr Körper ihnen gehört und dass sie das Recht haben, „Nein“ zu sagen. Im Alltag sprechen wir altersgerecht über Gefühle, Körperwahrnehmung und persönliche Grenzen.
Dabei vermitteln wir den Kindern, dass ihre Grenzen respektiert werden und sie sich jederzeit an vertraute Erwachsene wenden können. Durch klare Regeln, transparente Abläufe, die Wahrung der Intimsphäre sowie regelmäßige Reflexion und Fortbildung schaffen wir Rahmenbedingungen, die das Risiko von Grenzverletzungen minimieren und den Schutz der Kinder stärken.
10. Qualitätssicherung im Kinderschutz
Die Qualitätssicherung erfolgt durch regelmäßige Reflexion, Fort- und Weiterbildungen, fachlichen Austausch mit anderen Kindertagespflegepersonen sowie die Zusammenarbeit mit Fachberatung und Jugendamt. Das Kinderschutzkonzept wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt. Ziel ist es, die Rechte der Kinder dauerhaft zu sichern und den Schutzauftrag jederzeit verantwortungsvoll umzusetzen.
11. Vorgehen im Verdachtsfall
Im Falle möglicher Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung handeln wir nach einem festen Verfahren gemäß § 8a SGB VIII. Auffälligkeiten werden sachlich, neutral und schriftlich dokumentiert. Dabei werden Beobachtungen festgehalten, ohne Diagnosen oder Vermutungen zu formulieren.
Anschließend erfolgt ein Austausch im Team, um die Situation gemeinsam einzuschätzen. Bestehen weiterhin Unsicherheiten, ziehen wir eine insoweit erfahrene Fachkraft (ISEF) hinzu und beraten die weiteren Schritte. Sofern keine akute Gefährdung vorliegt, suchen wir das Gespräch mit den Eltern, um die Situation gemeinsam zu klären und mögliche Unterstützungsangebote zu besprechen.
Bei einer akuten Gefährdung oder einem begründeten Verdacht auf Kindeswohlgefährdung wird umgehend das zuständige Jugendamt informiert. In Notfällen werden zusätzlich Polizei oder Rettungsdienst eingeschaltet. Unser Handeln orientiert sich dabei stets am Wohl und Schutz des Kindes.
12. Notfall- und Beratungsstellen in Berlin
Einrichtung Kontakt
Kind im Blick (SKF Berlin) Tel: (030) 747 49 890
EJF-Kind im Zentrum (KiZ) Tel: (030) 282 8077
Kinderschutz-Hotline Pankow Tel: (030) 90295-5555
Kinderschutz-Zentrum Berlin Tel: (030) 680 99 250
Berliner Krisendienst Tel: (030) 390 63 00
Polizei 110
Feuerwehr/ Rettungsdienst 112
Giftnotruf Berlin (030) 19240
Elterntelefon "Nummer gegen Kummer" 0800 111 0 550
Weiterführende Informationen:
www.skf-berlin.de
www.ejf.de
www.kinderschutz-zentrum-berlin.de
13. Schlussbemerkung
Kinderschutz ist ein fortlaufender Prozess und ein zentraler Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Durch eine achtsame Haltung, fachliche Kompetenz, klare Verfahrenswege und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kindern, Eltern, Fachberatung und Jugendamt schaffen wir einen sicheren Ort, an dem Kinder geschützt aufwachsen, lernen und sich entwickeln können. Die Achtung der Kinderrechte bildet dabei die Grundlage unseres pädagogischen Handelns und unseres Verständnisses von Kinderschutz. Das vorliegende Kinderschutzkonzept wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf fortgeschrieben.
Ich erfahre von dir, wer ich bin.
Ich erfahre von dir, wer ich bin. In deinen Augen sehe ich mich widergespiegelt.
Aus deiner Stimme höre ich, wie du mich siehst.
Du bist der Spiegel, in den ich blicke und der das Bild meiner selbst formt.
Ich spüre, wie du mich hältst
und durch deine Berührungen fühle ich meine Gestalt, meine Form.
Und wenn mir gefällt, was ich sehe,
in deinen Augen, in deiner Stimme, in deiner Berührung,
antwortet mein Herz und öffnet sich.
Und während es sich immer weiter öffnet, wächst es und wächst es,
bis ich mich eigenständig erkenne.
Dieses eigenständige Selbst - wiederum - kann dir die Liebe erwidern.
Weil du mich gelehrt hast, wer ich bin und dass ich geliebt werde.
Polly Elam